Montag, 15. Mai 2017

16. MAI

Der 16. MAI ist der 136. Tag des Jahres - der 137. in Schaltjahren.
Es verbleiben noch 229 Tage bis Jahresende.
Sternbild:                                                                                 Stier




16.5.1891     Geburtstag Richard TAUBER, Sänger, Todestag 8.1.1948
Richard Tauber, geboren als Richard Denemy, war ein österreichischer Tenor. …

16.5.1902     Geburtstag Jan KIEPURA, Sänger, Todestag 15.8.1966
Jan Kiepura war ein polnischer Tenor. ….

16.5.1905     Geburtstag Henry FONDA, Schauspieler, Todestag 12.8.1982
Henry Jaynes Fonda war ein US-amerikanischer Filmschauspieler. …

16.5.1919     Geburtstag Gisela UHLEN, Schauspielerin, Todestag 16.1.2007
Gisela Uhlen, eigentlich Gisela Friedlinde Schreck, war eine deutsche Schauspielerin, Tänzerin und Autorin. …

16.5.1930     Geburtstag Friedrich GULDA, Pianist, Todestag 27.1.2000
Friedrich Gulda war ein österreichischer Pianist und Komponist. Oft spielte er bei seinen Konzerten nicht die angekündigten Stücke. Neben Bach und Mozart gern auch immer wieder Jazz.

16.5.1943     Mit der völligen Niederbrennung des Ghettos beendet die SS den seit dem 19. April anhaltenden Aufstand im Warschauer Ghetto.

16.5.1953     Geburtstag Pierce BROSNAN, Schauspieler
Viermal war er 007. Schon 1986 wollte der smarte Ire den britischen Vorzeigeagenten spielen, doch man ließ ihn nicht aus seiner Rolle als „Remington Steele“.

16.5.1971     Todestag Karl FARKAS, Schauspieler und Kabarettist, Geburtstag 28.10.1893
Farkas sollte auf Wunsch seiner Eltern Jurist werden, entschied sich aber für die Bühnenlaufbahn. Ab 1926 war Farkas am Wiener Bürgertheater tätig. 1938 mußte er als Jude vorerst nach Brünn und dann über Paris nach New York City fliehen, wo er vor anderen Exilanten auftrat. 1946 kehrte er nach Wien zurück und trat ab 1950 auch wieder im Simpl auf, das er bis zu seinem Tod leitete. Dabei betätigte er sich auch als Autor und Regisseur und schrieb gemeinsam mit Hugo Wiener alle Revuen. Hugo Wiener schrieb auch die Doppelconferencen für Farkas und seinen neuen Partner Ernst Waldbrunn, später Maxi Böhm. Farkas stand bis einen Tag vor seinem Tod auf der Bühne seines Kabaretts. 1965 wurde er als erster Kabarettist der Geschichte in Anerkennung seiner Verdienste um das österreichische Kabarett mit dem Titel Professor ausgezeichnet.

16.5.1990     Todestag Sammy DAVIS jr., Entertainer, Geburtstag 8.12.1925
Sammy Davis jr., eigentlich Samuel George Davis, war ein US-amerikanischer Entertainer. Mit seinem vielseitigen Talent, Lieder mit der ihm eigenen Leichtigkeit und Eleganz zu singen, tanzen und darstellerisch zu veranschaulichen, avancierte er zu dem amerikanischen Allround-Entertainer. Er war Mitglied des „Rat Pack“ und lebenslanger Freund von Frank Sinatra. Als er eine Schwedin heiratete, bekam er es mit dem Ku-Klux-Klan zu tun.

16.5.1990     Todestag Jim HENSON, Puppenspieler, Geburtstag 24.9.1936
James Maury „Jim“ Henson war ein US-amerikanischer Puppenspieler, Regis­seur und Fernsehproduzent. Er erlangte vor allem durch die Muppet Show weltweite Bekanntheit. Mit seinen Muppets bewies er, daß Puppen­spiel auch Erwachsene ansprechen kann. Er starb an einer verschleppten Lungenentzündung, die zu einer Sepsis mit anschließendem Organ­versagen geführt hatte. Auf seiner Beerdigung spielte eine Dixieland Jazz Band „When the Saints go marching in“, Harry Belafonte sang „Turn the world around“, das er erstmals in der Muppet Show gesungen hatte. Zudem sang Bibo den Kermit-Song „bein‘ green“.

16.5.2004     Todestag Marika RÖKK, Schauspielerin, Geburtstag 3.11.1913
Marika Rökk war eine deutsch-österreichische Filmschauspielerin, Sängerin und Tänzerin ungarischer Abstammung. Die Ungarin wurde ein UFA-Star mit leichten Musik- und Revue-Filmen. Traumpartner: Johannes Heesters. Noch in den 1970-ern in Musicals und Operetten gefeiert. Marika Rökk starb an einem Herzinfarkt.


                                                                                                                            







16.5.1891 Geburtstag Richard TAUBER

Richard TAUBER

16.5.1891     Geburtstag Richard TAUBER, Sänger, Todestag 8.1.1948
Richard Tauber, geboren als Richard Denemy, war ein österreichischer Tenor. Von der Presse und der Werbung wurde ihm der Name „König des Belcanto“ verliehen. Der rechtliche Status und der Name wurden 1913 infolge der Adoption geändert.
Richard Tauber war das uneheliche Kind der Soubrette Elisabeth Denemy (verwitwet nach Karl Seyfferth) und des Schauspielers und Chemnitzer Opern-Intendanten Anton Richard Tauber. Das Geburtshaus war das Hotel Zum schwarzen Bären in Linz. Der Eintrag im Taufregister lautete auf Richard Denemy. Der rechtliche Status und der Name wurden 1913 infolge der Adoption durch den Vater geändert. Bedingt durch den Beruf der Mutter wuchs Tauber in Linz bei Pflegeeltern auf und besuchte dort auch die Volksschule.
Mit zwölf Jahren zog Tauber 1903 zu seinem Vater nach Wiesbaden und besuchte dort für die nächsten fünf Jahre das Gymnasium. Anschließend studierte er von 1908 bis 1910 am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt am Main Klavier und Komposition. Später kam noch das Fach Dirigieren dazu. Durch die Empfehlung seiner Dozenten wurde Tauber in der Zeit zwischen 1911 und 1912 in Freiburg im Breisgau Schüler von Carl Beines und ließ sich im Gesang ausbilden. Dort konnte er am 12. Mai 1912 als Solist des Gesangsvereins „Concordia“ öffentlich debütieren.
Fast ein Jahr darauf, am 2. März 1913, sang Tauber zum ersten Mal in einer Oper. Er debütierte am Theater Chemnitz als Tamino in Die Zauberflöte (Mozart). In diesem Jahr adoptierte ihn sein Vater; offiziell hieß er nun „Denemy-Tauber“, nannte sich aber nur „Tauber“. Ende 1913 bekam Tauber an der Oper in Dresden ein Engagement als Königlicher Hofopernsänger; er beendete diesen Vertrag erst 1918.
Während dieser Zeit sang Tauber den „Max“ in Der Freischütz (Carl Maria von Weber), den „Mathias“ in Der Evangelimann (Wilhelm Kienzl), den „Alfredo“ in La traviata (Giuseppe Verdi) und viele mehr. Zwischen 1919 und 1920 wechselte Tauber von der Berliner Staatsoper an die Volksoper nach Wien und wieder zurück. 1921 trat er zum ersten Mal in einer Operette von Franz Lehár auf; er sang in der Zigeunerliebe in Salzburg. Diese vielen Gastspiele im Ausland führten zum Zerwürfnis in Dresden, so dass Tauber dort kündigte und nach Wien ging.
Zwischen 1922 und 1925 machte sich Tauber einen Namen als genialer Interpret von Mozart-Opern und sein Freund Franz Lehár schrieb ihm in vielen seiner Operetten die Tenorpartien auf den Leib. In dieser Zeit begannen Taubers regelmäßige Engagements bei den Salzburger Festspielen. 1926 heiratete Tauber die Hamburger Soubrette Carlotta Vanconti, die er seit zwei Jahren kannte. Nach zweijähriger Ehe trennten sich die Eheleute und wurden 1928 geschieden. Diese Scheidung sorgte für Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass Vanconti mit einer Million Mark abgefunden worden war; die Tagespresse nannte Vanconti „äußerlich eine Soubrette und innerlich ein Krokodil“.
Mit dem Lied „Dein ist mein ganzes Herz“ aus der Operette Das Land des Lächelns (Franz Lehár) wurde Tauber quasi über Nacht zum Weltstar. Das Erstaunliche dabei ist, dass er dafür kaum proben konnte, da er auf Grund eines Rheumaanfalls wochenlang auf Kur im Bad Piešťany weilte.
Obwohl durch die Scheidung finanziell angeschlagen, gründete Tauber die Richard-Tauber-Tonfilm-Gesellschaft und ging damit 1931 in Konkurs. 1930/31 bekam Tauber erste Engagements in London und New York.
1933 wurde Richard Tauber in Berlin vor dem Hotel Kempinski von einem SA-Trupp mit den Worten „Judenlümmel, raus aus Deutschland“ angegriffen und niedergeschlagen. Eigentlich wollte Tauber sofort emigrieren, blieb aber doch, um an seiner Operette Der singende Traum zu arbeiten. Das aus diesem Stück stammende Lied „Du bist die Welt für mich“ widmete er seinem Tenorkollegen und Freund Joseph Schmidt. Im darauffolgenden Jahr erlebte er in Wien die Uraufführung.
Zu dieser Zeit lebte er mit der Sängerin Mary Losseff zusammen. Seine Beziehung mit ihr begann bereits während er noch mit Carlotta Vanconti verheiratet war und endete tragisch durch die Alkoholkrankheit der Geliebten.
1935 machte Tauber bei Dreharbeiten zu Heart’s Desire die Bekanntschaft mit der britischen Schauspielerin Diana Napier und heiratete sie im darauf folgenden Jahr. Aber auch diese Beziehung war nicht von Dauer; bereits während des Krieges ging das Ehepaar getrennte Wege. 1938, nach dem Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich unternahm Tauber eine Welttournee und emigrierte nach Großbritannien.
Während des ganzen Zweiten Weltkriegs blieb Tauber in Großbritannien und trat unter anderem in vielen Städten zur Truppenbetreuung auf. 1940 wurde ihm die britische Staatsbürgerschaft verliehen. Verschiedentlich wirkte er als Dirigent beim London Philharmonic Orchestra. 1941 konnte Tauber mit seiner Operette Old Chelsea in London eine weitere Premiere feiern. Die offizielle Kritik verlieh ihm wegen seines Äußeren den Namen „Der Mann mit dem Monokel“.
1946 gab Tauber in Zürich ein Abschiedskonzert (ein Mitschnitt der Radiosendung ist erhalten) und widmete sich die nächsten zwei Jahre fast ausschließlich dem Komponieren und Dirigieren. In dieser Zeit lebte er schon mit Esther Moncrieff zusammen. Am 27. September 1947 gab Tauber seine Abschiedsvorstellung auf der Bühne. Er sang in London den „Ottavio“ in Don Giovanni (Mozart) mit dem Ensemble der Wiener Staatsoper unter Leitung von Josef Krips. Eine bereits geplante große Australientournee Taubers wurde 1949 an seiner statt von Rudolf Schock bestritten.
Ende 1947 wurde Tauber im Guy’s Hospital in London operiert und verstarb dort wenige Wochen später im Alter von 56 Jahren an den Folgen seines Lungenkrebsleidens. Seine letzte Ruhe fand Richard Tauber in einem Ehrengrab der Stadt London auf dem Friedhof Brompton (Kensington West). Auf dem Friedhof von Bad Ischl wurde ein Gedenkstein aufgestellt.
Trotz seiner Berühmtheit und beträchtlicher Einnahmen hinterließ Tauber Steuerschulden in Höhe von rund 750.000 Mark. Seine Witwe Diana Napier konnte deshalb nicht für die Beerdigung aufkommen; sie erhielt Unterstützung neben anderen von Vera Schwarz und Marlene Dietrich.
Am 20. Januar 1948 fand in der Royal Albert Hall eine Gedenkfeier für Tauber mit über 7.000 Teilnehmern statt: Bei diesem Benefizkonzert zugunsten von Taubers Witwe trat u.a. Elisabeth Schwarzkopf auf.


16.5.1902 Geburtstag Jan KIEPURA

Jan KIEPURA

16.5.1902     Geburtstag Jan KIEPURA, Sänger, Todestag 15.8.1966
Jan Kiepura war ein polnischer Tenor. Er zählt neben Richard Tauber und Joseph Schmidt nicht nur zu den populärsten „Drei Tenören“ der 1930er-Jahre, sondern auch zu den erfolgreichsten Sängerschauspielern des europäischen Films jener Zeit. Jan Kiepura erlag 64-jährig in den USA den Folgen eines Herzinfarktes.




16.5.1905 Geburtstag Henry FONDA

Henry Fonda



16.5.1905     Geburtstag Henry FONDA, Schauspieler, Todestag 12.8.1982
Henry Jaynes Fonda war ein US-amerikanischer Filmschauspieler. Er gilt als einer der bedeutendsten US-amerikanischen Charakterdarsteller. Er war der Tom Joad in Steinbecks „Früchte des Zorns“, stets das Sinnbild des aufrechten Amerikaners. So wurde er vom American Film Institute in der Liste der 25 größten männlichen Filmlegenden aller Zeiten auf Rang 6 gewählt. Er ist der Vater von Jane Fonda und Peter Fonda.


16.5.1919 Geburtstag Gisela UHLEN,

Gisela UHLEN

16.5.1919     Geburtstag Gisela UHLEN, Schauspielerin, Todestag 16.1.2007
Gisela Uhlen, eigentlich Gisela Friedlinde Schreck, war eine deutsche Schauspielerin, Tänzerin und Autorin. Sie verkörperte seit 1936 etwa 60 Film- und über 100 Bühnenrollen. Sie ist eine der großen Frauen von Film und Bühne im Nachkriegs-Deutschland und pendelte von West nach Ost und wieder nach West. Ihre Lebenserinnerungen hielt sie in drei Büchern fest. Nach längerer Krankheit starb sie an Lungenkrebs.





Sonntag, 14. Mai 2017

15. MAI

Der 15. MAI ist der 135. Tag des Jahres - der 136. in Schaltjahren.
Es verbleiben noch 230 Tage bis Jahresende.
Sternbild:                                                                        Stier



Eisheilige: Verbrunzte Sophie

123     108   Marinus I                                                                                Vorgänger: Johannes VIII
15.5.884       Todestag Papst MARINUS I, Geburtstag unbekannt
                     Marinus war von 16.12.882 bis zum 15.5.884 Papst. In seinem kurzen Pontifikat beendete Marinus die versöhnliche Politik seines Vorgängers Johannes VIII gegenüber Photius, dem Patriarchen von Konstantinopel, und wiederholte noch im Jahr 882 dessen Exkommunikation. Außerdem setzte er den von Johannes VIII abgesetzten Bischof von Porto, den späteren Papst Formosus, wieder in sein Amt ein.
                                                                                     Nachfolger: Hadrian III

15.5.1862     Geburtstag Arthur SCHNITZLER, Schriftsteller, Todestag 21.10.1931
                     Arthur Schnitzler war ein österreichischer Erzähler und Dramatiker. …

15.5.1918     Geburtstag Eddy ARNOLD, Sänger, Todestag 8.5.2008
                     Wer Countrymusic mochte, kam in den 1940-ern  und 1950-ern kaum an ihm vorbei. „I‘ll hold you in my heart“ war fast ein halbes Jahr die  Nr.1 der Country Charts.

15.5.1920     Geburtstag Dolfi GRUBER, Langstreckenläufer, Todestag 7.1.1994

15.5.1925     Geburtstag Rod STEIGER, Schauspieler, Todestag 9.7.2002
                     Das Rauhbein wurde 1967 mit einem Oscar für seine Darstellung eines rassistischen Sheriffs in „In der Hitze der Nacht“ ausgezeichnet.

15.5.1928     In Australien beginnt der „Royal Flying Doctor Service“ ein Rettungsdienst für das unwegsame Binnenland (Outback), mit seinem ersten Rettungsflug.

15.5.1933     Geburtstag Marianne HOLD, Schauspielerin, Todestag 11.9.1994
                     Marianne Strobel-Hold, geborene Weiss, war eine deutsche Schauspielerin…

15.5.1935     Die Moskauer Metro (U-Bahn) wird eröffnet.

15.5.1937     Geburtstag Madeleine ALBRIGHT, Politikerin
                     In Prag geboren, war sie die erste Frau, die in den USA Außenministerin wurde.

15.5.1953     Geburtstag Mike OLDFIELD, Musiker

15.5.1955     Österreich erhält seine Souveränität zurück und verpflichtet sich zur Neutralität

15.5.1992     Die Berliner Justiz erhebt wegen der Todesschüsse an der Mauer und innerdeutschen Grenze Anklage gegen Ex-DDR-Staatschef Honecker und andere frühere SED-Machthaber

15.5.1999     Todestag Ernst MOSCH, Musiker, Geburtstag 7.11.1925
                     Er gründete die „Original Egerländer Musikanten“ und spielte mit dem Blasorchester 1966 sogar in der Carnegie Hall.

15.5.1999     Todestag Ernst MOSCH, Musiker, Geburtstag 7.11.1925
                     Ernst Mosch war ein deutscher Musiker. Er gründete die „Original Egerländer Musikanten“ und war deren musikalischer Leiter. Von seinen Fans wurde er liebevoll „König der Blasmusik“ genannt. Mosch war nicht der erste, der die Egerländer Musik in der Welt berühmt machte, er gilt jedoch als der mit Abstand erfolgreichste. 1966 spielte er mit dem Blasorchester sogar in der Carnegie Hall.

15.5.2003     Todestag June CARTER CASH, Geburtstag 23.6.1929
                     Die Country-Sängerin und Songschreiberin trat schon als 10-jährige mit ihrer Familie auf den Country-Bühnen auf. Johnny Cash mußte lange bitten, bis sie 1968 seinen Heiratsantrag annahm.   
                     Valerie June Carter Cash wurde am 23.6.1929 in Maces Springs, Virginia, geboren. Sie war nicht nur eine US-amerikanische Country-Sängerin und Songschreiberin, sondern auch die Ehefrau von Johnny Cash.
                     Die Tochter von Ezra und Maybelle Carter stand als Mitglied der traditionsreichen Carter Family schon mit zehn Jahren auf der Bühne und spielte Country-Musik. Nach Trennung der Showfamilie 1943 kurz als Schauspielerin tätig, kam June Carter bald zur Musik zurück. Auf der Bühne spielte sie oft Autoharp, Banjo und Gitarre.
                     In den 1950er-Jahren war sie mit dem Country-Musiker Carl Smith verheiratet. Aus dieser Ehe ging Tochter Carlene Carter hervor, die in den 1970er- und 1980er-Jahren die Familientradition der Carter Family in dritter Generation fortsetzte. Im November 1957 heiratete June den  Polizisten und Stockcar-Fahrer Edwin „Rip“ Nix. Die gemeinsame Tochter Rozanna Lea („Rosie“) wurde 1958 geboren und starb im Oktober 2003 an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung.
                     Ab 1961 ging June Carter mit dem berühmten Country-Musiker Johnny Cash auf Tourneen. Im April 1963 brachte Cash den Song „Ring of fire“ heraus, der in seiner Version – unterlegt mit den typischen Mariachi-Trompeten – ein Welthit wurde. Das Lied wurde 1962 von Merle Kilgore und June Carter geschrieben, die darin Cashs Alkohol- und Tablettenabhängigkeit und ihre verbotene Liebe zu ihm beschreibt. Cash und Carter waren zu diesem Zeitpunkt noch mit anderen Partnern verheiratet, aber seit langem ineinander verliebt. Nachdem sich June Carter lange wegen Cashs Abhängigkeit geweigert hatte, ihn zu heiraten, nahm sie am 22. Feber 1968 seinen Heiratsantrag an, den er ihr auf der Bühne während eines Konzerts in Ontario / Kanada machte. Sie heirateten am 1. März 1968 in Franklin, Kentucky. Der gemeinsame Sohn John Carter Cash kam 1970 zur Welt.
                     June Carter war mehr als „nur“ die Ehefrau von Country-Gott Johnny Cash: Sie war Autorin, Muse, Sängerin, Bühnengefährtin: June Carter gehörte seit Jahrzehnten zu den ganz Großen der amerikanischen Countryszene, auch wenn sie bei ihren Auftritten meist brav einen Schritt hinter dem großen Johnny zurücktrat.
                     Neben der Arbeit mit Cash trat sie weiterhin gemeinsam mit ihren Schwestern auf und führte ihre Solo-Karriere fort. 1975 veröffentlichte sie mit Appalachian Pride ihr Solo-Debüt. Die LP und daraus ausgekoppelte Singles konnten sich nicht in den Charts plazieren.
                     1983 stand sie gemeinsam mit Johnny Cash für den Spielfilm Mord im falschen Bezirk vor der Kamera. 2000 erhielt sie für Press On einen Grammy in der Kategorie Best Traditional Folk Album und 2004 für das posthum veröffentlichte Album Wildwood Flower sowie für Keep on the Sunny Side in der Kategorie Best Female Country Vocal Performance.
                     June Carter starb am 15. Mai 2003 im Alter von 73 Jahren an den Folgen einer Herzklappenoperation. Im 2005 gedrehten biographischen Film „Walk The Line“ wurde sie von Reese Witherspoon gespielt, die dafür einen Oscar in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“ erhielt.

                                                                                                                            






15. Mai 1955: Der österreichische Staatsvertrag

15. Mai 1955: Der österreichische Staatsvertrag

Der Österreichische Staatsvertrag, im Langtitel Staatsvertrag betreffend die Wiederherstellung eines unabhängigen und demokratischen Österreich, gegeben zu Wien am 15. Mai 1955, juristisch kurz Staatsvertrag von Wien, wurde am 15. Mai 1955 in Wien im Schloss Belvedere von Vertretern der alliierten Besatzungsmächte USA, Sowjetunion, Frankreich und Großbritannien sowie der österreichischen Bundesregierung unterzeichnet und trat am 27. Juli 1955 offiziell in Kraft.
Gegenstand dieses Vertrages ist die Wiederherstellung der souveränen und demokratischen Republik Österreich nach der nationalsozialistischen Herrschaft in Österreich von 1938 bis 1945, dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der darauf folgenden Besatzungszeit von 1945 bis1955. Während dieser Besatzungszeit war Österreich zwar formal wiederhergestellt, aber noch kein selbständiger Staat. Dieser Staatsvertrag gilt auch als ein wesentlicher Faktor für die Entwicklung eines eigenständigen Österreichbewußtseins.
Im Bundesgesetzblatt Nr. 152 vom 30. Juli 1955 steht geschrieben:
Staatsvertrag, betreffend die Wiederherstellung eines unabhängigen und demokratischen Österreich. Dieser besteht aus einer Präambel und neun Teilen:
1.Politische und territoriale Bestimmungen
2.Militärische und Bestimmungen über die Luftfahrt
3.Reparationen
4.Zurückziehung der Alliierten Mächte
5.Eigentum, Rechte und Interessen
6.Wirtschaftsbeziehungen
7.Regelung bei Streitfällen
8.Wirtschaftsbestimmungen
9.Schlussbestimmungen
Österreich verpflichtete sich im Vertrag, keine wie immer geartete politische oder wirtschaftliche Vereinigung mit Deutschland einzugehen (Art. 4, Anschlussverbot). (Diese Verpflichtung wurde von der Sowjetunion jahrzehntelang dazu genützt, den Beitritt Österreichs zur EWG zu beeinspruchen;)
die Minderheitenrechte der Slowenen und Kroaten zu gewährleisten (Art. 7 Abs. 2 und 3). Mediale Präsenz erreichte hierbei vor allem der sogenannte Ortstafelstreit – andere Punkte bezüglich der Minderheitenrechte, wie im Staatsvertrag festgeschrieben, sind bis dato nicht erfüllt;
eine demokratische, auf geheimen Wahlen gegründete Regierung zu unterhalten (Art. 8). Dies war zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses längst der Fall;
alle nationalsozialistischen Organisationen aufzulösen und keine Wiederbetätigung von nazistischen und faschistischen Organisationen zuzulassen (Art. 9 und 10, vgl. Verbotsgesetz 1947, das nach wie vor gilt);
das Habsburgergesetz beizubehalten (Art. 10), was bis heute der Fall ist;
Personen, die in der deutschen Wehrmacht im Rang eines Obersts oder höher tätig waren oder die als gewesene Nationalsozialisten von Österreich nicht entlastet wurden, nicht ins Bundesheer aufzunehmen (Art. 12; 2008 vom Nationalrat als nicht mehr geltend festgestellt), und
nicht an der Wiederbewaffnung Deutschlands mitzuwirken (Art. 15 Z. 2; 2008 vom Nationalrat als nicht mehr geltend festgestellt).
Diese Bestimmungen stehen, soweit sie noch gelten, auf Grund eines am 4. März 1964 beschlossenen Bundesverfassungsgesetzes  in Verfassungsrang.
Österreich verpflichtete sich weiters, der Sowjetunion das bis dahin von ihr verwaltete deutsche Eigentum abzulösen, es aber nicht an die früheren deutschen Eigentümer zurückzustellen. Innerhalb von sechs Jahren waren an die UdSSR rund 150 Millionen Dollar zu zahlen. Die Alliierten verpflichteten sich, binnen 90 Tagen nach In-Kraft-Treten des Vertrags ihre Truppen von österreichischem Staatsgebiet abzuziehen.
Die vom Nationalrat am 26. Oktober 1955 verfassungsgesetzlich beschlossene immerwährende Neutralität wird oft fälschlich als Teil des Staatsvertrages betrachtet, steht mit diesem aber in keinem rechtlichen Zusammenhang. Es bestand jedoch ein (heute nicht mehr relevanter) politischer Zusammenhang, der unter Moskauer Memorandum näher beschrieben wird.
Obsolete Bestimmungen
In Hinblick auf die veränderte Weltlage hat die österreichische Bundesregierung in einer Erklärung vom 20. November 1990 an die vier anderen Signatarstaaten des Staatsvertrages die militärischen und Luftfahrtbestimmungen (Art. 12–16) für obsolet erklärt. Die Art. 12 und 15 Z. 2 wurden außerdem 2008 als nicht mehr geltend festgestellt.
Anspruch auf Rechtsnachfolge
Ein Signatarstaat des Staatsvertrages, die Sowjetunion, und das dem Vertrag beigetretene Jugoslawien bestehen nicht mehr. Bundespräsident Klestil betonte 1992, für zerfallene Staaten gebe es keine automatische Rechtsnachfolge. 1993 hielten die Russische Föderation und Österreich in einem 1994 vom Nationalrat als Staatsvertrag beschlossenen Notenwechsel (der drittletzte Absatz wurde durch § 7 Z. 78 des 1. BVRBG 2008 in einfachgesetzlichen Rang zurückgestuft) fest, wie mit den aus der Zeit der Sowjetunion stammenden Vereinbarungen umzugehen sei. Der Staatsvertrag, zu dem damals mit Russland keine offenen Fragen mehr bestanden, wurde in diesem Notenwechsel, der Verträge von 1927 bis 1990 nannte, nicht erwähnt.
Die von Slowenien betreffend Art. 7 des Staatsvertrags politisch in Anspruch genommene, aber bis dato formell nicht notifizierte Rechtsnachfolge nach Jugoslawien wurde von Österreich 2009 und 2010 bestritten. Nach der Lösung der Kärntner Ortstafelfrage 2011 maß Ministerpräsident Borut Pahor der Notifizierung derzeit keinen Bedarf zu.
Moskauer Deklaration
Am 1. November 1943 wurde von den Außenministern der Sowjetunion, Großbritanniens und der USA die Moskauer Deklaration beschlossen. Darin erklärten sie einerseits, „daß Österreich, das erste freie Land, das der typischen Angriffspolitik Hitlers zum Opfer fallen sollte, von deutscher Herrschaft befreit werden soll“ und „die Besetzung Österreichs durch Deutschland am 15. März 1938 als null und nichtig“ angesehen wird, hielten anderseits auch fest: „Österreich wird aber auch daran erinnert, daß es für die Teilnahme am Kriege an der Seite Hitler-Deutschlands eine Verantwortung trägt, der es nicht entrinnen kann“.
Verhandlungen
Die erste frei gewählte Nachkriegsregierung Österreichs unter der Oberaufsicht der alliierten Besatzungsmächte hatte bereits im Jänner 1947 in London versucht, einen Friedensvertrag mit den Alliierten auszuhandeln. Ab März 1947 wurden die weiteren Verhandlungen nach Moskau verlegt. Die Verhandlungsteilnehmer aus den Reihen der ÖVP unter Führung von Leopold Figl und Julius Raab stimmten den sowjetischen Forderungen weitgehend zu, während die SPÖ-Verhandler sich, auch um die Distanz zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten zu wahren, den sowjetischen Forderungen nicht uneingeschränkt beugen wollten. Erst Bruno Kreisky, damals Staatssekretär im Außenministerium, konnte als sozialdemokratischer Delegierter seine Parteikollegen schließlich davon überzeugen, dass ihre antisowjetische Haltung die Verhandlungen behinderte.
Als problematisch erwiesen sich für die Verhandlungen zum Staatsvertrag zunächst jugoslawische Gebietsansprüche auf Teile Südkärntens. Durch den Konflikt zwischen dem sowjetischen Staatschef Josef Stalin und dem Ministerpräsidenten der Volksrepublik Jugoslawien Josip Broz Tito im Jahr 1949 verlor dieser Aspekt für die Sowjetunion an Bedeutung und die bestehenden Grenzen wurden beibehalten.
Ein schwerwiegenderes Problem stellten die Fragen zum „deutschen Eigentum“ in Österreich dar. Das umfasste allen Grundbesitz, der schon vor dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 deutschen Staatsbürgern gehört hatte, weiters jeden nach dem „Anschluß“ von Deutschen nach Österreich gebrachten Besitz sowie mit deutschem Kapital in Österreich errichtete Industrieanlagen und auch jeden Besitz, der von Deutschen in den Jahren von 1938 bis 1945 in Österreich erworben worden war (ausgenommen waren erzwungene Käufe und Enteignungen). In der sowjetischen Besatzungszone waren etwa die gesamte Erdölindustrie, die Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft und eine Reihe von Industrieunternehmen (insgesamt rund 300) als deutsches Eigentum beschlagnahmt worden und standen unter Verwaltung des USIA (Управление советским имуществом в Австрии, „Verwaltung des sowjetischen Eigentums in Österreich“).
Auf der politischen Ebene war die vor allem von der Sowjetunion geforderte Verknüpfung der Verhandlungen mit Österreich mit einem Friedensvertrag zwischen den Alliierten und Deutschland ein Hindernis auf dem Weg zu einer raschen Einigung. Mit der Verschärfung des Kalten Krieges wurde auch ein vorgezogener Staatsvertrag mit Österreich immer unwahrscheinlicher.
Auf Initiative Brasiliens beschloss die UNO-Vollversammlung am 20. Dezember 1952 eine Resolution mit der ernsthaften Aufforderung an die Regierungen der Signatarstaaten der Moskauer Deklaration von 1943, unter den Aspekten der baldigen Beendigung der Besetzung des Landes und der vollen Ausübung der Souveränität durch Österreich erneute und dringende Bemühungen zur Erreichung einer Übereinkunft über die Bedingungen eines Vertrages mit Österreich zu unternehmen.
Erst als Dwight D. Eisenhower Harry S. Truman als Präsident der USA abgelöst hatte und Josef Stalin 1953 verstorben war, wurde das Verhandlungsklima zusehends besser. Nachdem Julius Raab im selben Jahr neuer österreichischer Bundeskanzler geworden war, änderte sich auch der Verhandlungsstil auf österreichischer Seite.
An der Berliner Außenministerkonferenz vom 25. Jänner bis 28. Februar 1954 nahmen auch Vertreter Österreichs teil. Die Sowjets wollten hier weiterhin nur unter der Auflage einem Vertrag mit Österreich zustimmen, dass sowjetische Truppen bis zum Abschluss eines Friedensvertrages mit Deutschland im Land stationiert blieben. Dem stimmten die Westmächte nicht zu und auch Österreich war dagegen. Als weitere Bedingung nannte der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw Molotow, dass Österreich ein neutraler Staat sein müsse, was die Westalliierten befürchten ließ, dass ihre Truppen in Italien durch die neutrale Schweiz und ein neutrales Österreich vom Hauptkontingent ihrer Streitkräfte in Europa abgeschnitten werden könnten. Eine Neutralität nach Schweizer Vorbild war bereits von Karl Renner (SPÖ), von 1945 bis 1950 erster Bundespräsident der Republik nach dem Zweiten Weltkrieg, vorgeschlagen worden und wurde auch von seiner Partei unterstützt.
Moskauer Memorandum
Während die Bundesrepublik Deutschland 1954 der NATO beitrat, wurden die Verhandlungen über die volle Souveränität Österreichs in Moskau weitergeführt. Im April 1955 traf auf Einladung der sowjetischen Regierung unter Georgi Malenkow eine österreichische Delegation in Moskau ein. Teilnehmer waren Vizekanzler Adolf Schärf (SPÖ), Außenminister Leopold Figl (ÖVP) und Staatssekretär Bruno Kreisky (SPÖ), Verhandlungsleiter war Bundeskanzler Julius Raab (ÖVP).
Die Gespräche von 12. bis 15. April führten zum Durchbruch und gelten auch als Geburtsstunde der österreichischen Neutralität. Die Sowjets verlangten die Neutralität direkt im Vertrag zu verankern. Sie betrachteten die immerwährende Neutralität als Vorbedingung für die Wiedererlangung der Souveränität Österreichs, während die Verhandler aus Österreich sie davon zu überzeugen suchten, dass nur ein souveräner Staat seine rechtlich verbindliche Neutralität beschließen kann.
Schließlich führten die Gespräche zu dem Ergebnis, dass das Neutralitätsgesetz vom freien und souveränen Staat Österreich beschlossen werden sollte. Im Abschlussdokument, dem Moskauer Memorandum, wurde festgehalten, dass Österreich ein neutraler Staat sein würde und die vier alliierten Siegermächte des Zweiten Weltkrieges die Unversehrtheit und Unverletzlichkeit des Staatsgebietes garantieren würden. So konnte Raab bei der Rückkehr der Verhandler am Flugplatz Bad Vöslau am 15. April verkünden: „Österreich wird frei sein“.
Vertragsunterzeichnung
 Der Vertrag bei der Ausstellung auf der Schallaburg, Niederösterreich 2005
Am Tag vor der Unterzeichnung des Staatsvertrages gelang es Außenminister Figl in den Schlußverhandlungen in Wien noch, die Nennung der Mitschuld Österreichs am Zweiten Weltkrieg aus der Präambel des Vertrages zu streichen, wobei in erster Linie die sowjetische Seite davon überzeugt werden musste. Am 15. Mai 1955 wurde schließlich der Staatsvertrag betreffend die Wiederherstellung eines unabhängigen und demokratischen Österreich im Marmorsaal des Schlosses Belvedere in Wien unterzeichnet.
Der Staatsvertrag trägt die Unterschriften folgender neun Personen:
1.Wjatscheslaw Michailowitsch Molotow (Außenminister der Sowjetunion)
2.Iwan Iwanowitsch Iljitschow (Hochkommissar und Gesandter der Sowjetunion)
3.Harold Macmillan (Außenminister von Großbritannien)
4.Geoffrey Arnold Wallinger (Hochkommissar und Botschafter von Großbritannien)
5.John Foster Dulles (Außenminister der USA)
6.Llewellyn E. Thompson Jr. (Hochkommissar und Botschafter der USA)
7.Antoine Pinay (Außenminister von Frankreich)
8.Roger Lalouette (Stellvertretender Hochkommissar und Gesandter von Frankreich)
9.Leopold Figl (Außenminister von Österreich)
Der Vertrag wurde am 7. Juni vom österreichischen Nationalrat ratifiziert. Nach der Ratifizierung durch alle Signatarstaaten bzw. nach Einlangen der zuletzt von Frankreich unterzeichneten Zustimmungserklärung in Moskau, dem Aufbewahrungsort des österreichischen Staatsvertrages im Original, trat dieser schließlich am 27. Juli 1955 in Kraft. Für den Abzug der Besatzungssoldaten und deren mittlerweile zahlreich ansässigen Angehörigen der Besatzungsmächte war im Vertrag der Zeitraum bis längstens 90 Tage nach In-Kraft-Treten vereinbart, somit bis 25. Oktober 1955. Am 26. Oktober, einen Tag nach der gesetzten Frist, beschloss der Nationalrat, nach Schweizer Vorbild und dem Moskauer Memorandum entsprechend, die immerwährende Neutralität und nahm die Neutralitätserklärung in Form eines Bundesverfassungsgesetzes, des Neutralitätsgesetzes, in den Verfassungsrechtsbestand auf. Damit erklärte Österreich, keinen militärischen Bündnissen beizutreten, keine fremden militärischen Stützpunkte auf seinem Territorium zuzulassen und seine Unabhängigkeit mit allen gebotenen Mitteln zu verteidigen. Erst seit 1965 wird der 26. Oktober im Gedenken daran als österreichischer Nationalfeiertag (zuvor: Tag der Fahne) begangen, seit 1967 ist dieser Tag arbeitsfrei. Die oft verwendete Erzählung, am 25. Oktober 1955 habe der letzte russische Besatzungssoldat Österreich verlassen, ist irrig: Dies geschah bereits am 19. September um 20 Uhr. Am 29. Oktober 1955 sollen sich zumindest 20 britische Soldaten mit ihrem kommandierenden Offizier, Oberst E. T. Roberts, noch in der Kaserne Klagenfurt-Lendorf befunden haben.
Am 14. Dezember 1955 wurde Österreich Mitglied der Vereinten Nationen.
Österreich war mit dem Staatsvertrag der einzige europäische Staat, der nach 1945 bis zur samtenen Revolution 1989 auf friedlichem Weg frei von allen Besatzungsmächten wurde. In der Zeit des Kalten Krieges wurden das Anschlußverbot und die immerwährende Neutralität dahingehend interpretiert, dass der Beitritt zur EWG Österreich nicht erlaubt sei. So trat Österreich 1959 mit Wirkung vom 1. Jänner 1960 der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) bei, der damals auch Norwegen, Schweden, Dänemark, Großbritannien, Portugal und die Schweiz angehörten. Erst 1995 wurde es Mitglied der Europäischen Union.
Mythisierung des Staatsvertrags
 Gedenktafel im Fußboden des Marmorsaals im Oberen Belvedere, Wien
Wunsch nach Freiheit
Im Bewusstsein der Bevölkerung hat der Staatsvertrag bis heute ungebrochen einen hohen emotionalen Stellenwert. Die Vertragsunterzeichnung gilt als Meilenstein der Zweiten Republik. So war in der politischen Rhetorik mit der fast zehn Jahre währenden Forderung nach der Unterzeichnung des Vertrags stets eine Einforderung der Freiheit und Souveränität Österreichs aufs engste verbunden worden und der Begriff Freiheit fungierte als prominentes Leitvokabel jener Zeit.
Positiver Wert Neutralität
Mit dem Erreichen dieses Ziels wandelte sich das zentrale Motiv, das mit dem Staatsvertrag verbunden wurde, schlagartig. Ab sofort stand der schriftlich niedergelegte Vertrag als Garant für die immerwährende Neutralität des Landes, die in der politischen Überzeugungsarbeit als höchst positiver Wert propagiert wurde und über Jahrzehnte bis zum EU-Beitritt Österreichs fixer Bestandteil des österreichischen politischen Bewusstseins war. Die Neutralität selbst ist – entgegen oftmaligen Annahmen – nicht Bestandteil des Vertrags, war aber politische Vorbedingung der Sowjetunion (siehe Abschnitt Moskauer Memorandum).
 „d’Reblaus“
Zu den Zeugnissen des besonderen Stellenwerts des Staatsvertrags zählt nicht nur der Umstand, dass Bundeskanzler Julius Raab das Attribut Staatsvertragskanzler erhielt; dazu zählen auch volksnahe Geschichten in Zusammenhang mit der Unterzeichnung des Vertrags, die von einem politischen Mythos des Dokuments zeugen.
Außenminister Figl, der auch bei politischen Gegnern beliebt war, wurde vom Volk eine gewisse Trinkfestigkeit zugeschrieben. Daher war lange Zeit die Legende verbreitet worden, Raab und Figl hätten den russischen Außenminister Molotow in Heurigenstimmung von der Streichung des Hinweises auf Österreichs NS-Vergangenheit aus der Präambel überzeugen können. In einer Karikatur von Hanns Erich Köhler für die Münchner Zeitschrift Simplicissimus mit dem Titel Wiener Charme in Moskau wurde der Zither spielende Raab dargestellt, dem Figl, während die russischen Gesprächspartner bereits in Tränen ausbrechen, ins Ohr flüstert: Und jetzt, Raab – jetzt noch d’Reblaus, dann sans waach! (Die Reblaus war ein beliebtes Heurigenlied; sans waach = sind sie weich = sind sie milde gestimmt und bereit nachzugeben.) Diese Zither Raabs sowie die Noten, auf denen sich auch Notizen der Russen befinden, tauchte 2011 wieder auf und wird im Julius Saal der Hypo Noe Gruppe in St. Pölten ausgestellt.
Tatsächlich handelte es sich aber um das moralische Argument, daß die so genannte Verantwortungsklausel ein Schuldmal für den jungen Staat sei, das als Hypothek für die Entwicklung des jungen Staates nicht förderlich sei.
Die entsprechenden Textstellen der Moskauer Deklaration hinsichtlich der Wiederherstellung Österreichs als unabhängiger Staat und die Streichung der Schuldklausel aus der Präambel des Staatsvertrags galten jahrzehntelang als wesentliche Argumente zur Aufrechterhaltung der so genannten Opferthese, die oft als „Lebenslüge der Zweiten Republik“ bezeichnet wird.
Brasiliens Initiativen 1952–1954
Der Tiroler Historiker Norbert Hölzl verknüpfte 2011 die erste Kaisersgattin von Brasilien, Dona Leopoldina aus dem Haus Habsburg, mit den für Österreich angeblich überraschenden Initiativen Brasiliens für den raschen Abschluss des Staatsvertrags. Der brasilianische Präsident Getúlio Dornelles Vargas habe Außenminister Karl Gruber 1952 überraschend nach Rio de Janeiro eingeladen und ihm mitgeteilt, Brasilien als eine der Siegermächte des Zweiten Weltkriegs fühle sich „moralisch verpflichtet“, etwas für Österreich zu tun.
Brasilien erreichte hierauf bei der UNO mit der Bewegung der Blockfreien Staaten eine Resolution, die die Alliierten aufforderte, die Staatsvertragsverhandlungen ernsthaft weiter zu betreiben (siehe oben). Die Vertreter der Ostblockstaaten hätten bei der Abstimmung im Dezember 1952, bei der keine Gegenstimmen abgegeben worden seien, den Saal verlassen. 1953 und 1954 habe dem österreichischen Generalkonsul in Sao Paulo Otto Heller zufolge Präsident Vargas die prominentesten Außenpolitiker des Landes dazu angehalten, bei den Westmächten den ausstehenden Staatsvertrag einzumahnen. Die Bundesregierung in Wien habe sich 1954 mit einer großen Brasilien-Ausstellung im Naturhistorischen Museum Wien für die diplomatische Unterstützung bedankt. Es bleibt offen, welche praktischen Auswirkungen auf die Verhandlungen die Initiativen Brasiliens gehabt haben.
 „Österreich ist frei!“
Bei der Vertragsunterzeichnung im Schloss Belvedere fielen als Abschlusssatz der Dankesrede Figls auch seine berühmten Worte Österreich ist frei! – eines der bekanntesten politischen Zitate der jüngeren Geschichte Österreichs. Der Satz wurde im Marmorsaal gesprochen und nicht, wie oft angenommen, auf dem Balkon bei der Präsentation des Vertrages. Dieses bis heute festgefahrene Missverständnis hat seinen Ursprung in der medialen Berichterstattung, denn in einer Dokumentation der Austria Wochenschau sind die Bilder, die Figl auf dem Balkon bei der Präsentation des Vertrages zeigen, mit den nämlichen Worten seiner Rede unterlegt worden. Diese öffentliche Präsentation auf dem Balkon soll laut Berichten von Augenzeugen im Protokoll der Unterzeichnungszeremonie nicht vorgesehen gewesen, sondern von Figl spontan initiiert worden sein.
Original des Vertrags
Lange Zeit war der Allgemeinheit kaum bekannt, daß sich das Original des Staatsvertrags im Staatsarchiv des Außenministeriums in Moskau und nicht in Österreich befindet. Im österreichischen Staatsarchiv ist nur eine Abschrift vorhanden. Im so genannten Jubiläumsjahr 2005 wurde diese Tatsache deutlich, als die Vertragsurkunde aus Moskau nach Österreich geholt und auf der Schallaburg in Niederösterreich sowie im Wiener Belvedere der Öffentlichkeit im Rahmen von Ausstellungen erstmals gezeigt werden konnte.


   Quelle: In der Schule hatten wir Staatsbürgerkunde-Unterricht...