Dienstag, 10. Oktober 2017

11. OKTOBER

Der 11. OKTOBER ist der 284. Tag des Jahres - der 285. in Schaltjahren.
Es verbleiben noch 81 Tage bis Jahresende.
Sternbild:                                                                            Waage 




228 189       Bonifatius VIII                                          24.12.1294-11.10.1303
                                                                                      Vorgänger: Coelestin V
11.10.1303   Todestag Papst BONIFATIUS VIII (Benedetto Caetani), Geburtstag unbekannt
Benedetto Caetani war als Bonifatius VII von 24.12.1294 bis zum 11.10.1303 Papst der römisch-katholischen Kirche. Bonifatius war wegen seines Hochmuts berüchtigt.
                                                                                    Nachfolger: Benedikt XI

11.10.1878   Beginn der Energiewirtschaft in Österreich: Eine Gleichstrommaschine versorgt die Krupp-Industriebetriebe in Berndorf in Niederösterreich mit elektrischer Energie.

11.10.1884   Geburtstag Eleanor ROOSEVELT, Todestag 7.11.1962
Anna Eleanor Roosevelt war eine US-amerikanische Menschenrechtsakti­vistin und Diplomatin sowie die Ehefrau des US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt. …

11.10.1889   Todestag James Prescott JOULE, Physiker, Geburtstag 24.12.1818
James Prescott Joule war ein britischer Physiker. Viele wissen es leidvoll: Ein Joule sind 0,239 Kalorien. Definiert wird so seit einigen Jahren die Maßeinheit der Energie. Er selbst forschte über die durch den Strom erzeugte Wärme.

11.10.1896   Todestag Anton BRUCKNER, österr. Komponist, Geburtstag 4.9.1824
Joseph Anton Bruckner war ein österreichischer Komponist der Romantik sowie Organist und Musikpädagoge. Erst spät im Leben von den Zeitge­nossen als Komponist gewürdigt, gehörte er doch zu den wichtigsten und inno­vativsten Tonschöpfern seiner Zeit und hat durch seine Werke bis weit ins 20. Jahrhundert hinein großen Einfluß auf die Musikgeschichte ausge­übt. Seine bedeutendsten und wohl auch bekanntesten Kompositionen sind seine groß angelegten Sinfonien. Auch die Kirchenmusik hat er um wichtige Werke bereichert - unter anderem drei große Messen und ein Te Deum. Als Organist wurde er vor allem für seine Improvisationen bewun­dert.

11.10.1922   Geburtstag Karl GEITHNER, Sänger Todestag ??1976
(Friedel Hensch und die Cyprys),

11.10.1928   Das deutsche Luftschiff „LZ 127 Graf Zeppelin“ startet zum Flug in die USA. Nach 111 Stunden landet es in Lakehurst.

11.10.1929   Geburtstag Liselotte PULVER, Schweizer Schauspielerin
Liselotte Pulver wurde am 11.10.1929 in Bern als jüngste Tochter eines städtischen Tiefbau-Ingenieurs und einer Sängerin geboren. …

11.10.1963   Der 87-jährige Bundeskanzler Konrad ADENAUER überreicht in Bonn dem Bundespräsi­denten Heinrich Lübke seine Rücktrittserklärung.

11.10.1963   Todestag Edith PIAF, Sängerin, Geburtstag 19.12.1914
Edith Piaf, bürgerlich Edith Giovanna Gassion, war eine weltbekannte französische Chansonsängerin. Als Baby blind, soll sie eine Wallfahrt nach Lourdes geheilt haben. Als 15-jährige zog sie alleine als Straßensängerin nach Paris. Kurz darauf wurde sie vom Kabarettbesitzer Louis Leplée entdeckt, der sie als Chanteuse in sein Kabarett holte und der jungen Frau, die lediglich 1,47 m groß war, den Namen gab, unter dem sie bekannt wurde: La mome piaf – der kleine Spatz. Privat gab es für den „Spatz von Paris“ viele Affären und wenig Glück in der Liebe.

11.10.2008   Todestag Jörg HAIDER, FPÖ- bzw. BZÖ-Politiker, Geburtstag 26.1.1950
Jörg Haider, geb. 26.1.1950 in Bad Goisern, Oberösterreich, tödlich ver­un­glückt in den frühen Morgenstunden des 11.10.2008 in Lambichl, Gemeinde Köttmannsdorf, Kärnten, war ein österreichischer Politiker des so genannten dritten Lagers. Haider war zwischen 1971 und 1975 Bundes­obmann des Rings Freiheitlicher Jugend und von 1986 bis 2000 Vor­sitzender der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ). Im April 2005 spalte­ten sich unter seiner Federführung zahlreiche Funktionäre von der FPÖ ab und gründeten die Partei Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ).
Jörg Haider war von 1989 bis 1991 sowie von 1999 bis zu seinem Tod Landes­hauptmann von Kärnten.
Jörg Haider besuchte von 1956 bis 1960 die Volksschule in Bad Goisern und anschließend bis 1968 das Gymnasium in Bad Ischl, wo er auch bei der schlagenden Schülerverbindung Albia aktiv war. Nach der Matura leistete er 1968-69 seinen Präsenzdienst als Einjährig-freiwilliger. Sein Entlas­sungsdienstgrad war der übliche Wachtmeister (E-5).
Anschließend inskribierte Haider die Studienrichtungen Rechtswissen­schaften und Staatswissenschaften an der Universität Wien, wo er 1973 zum Doktor der Rechte promoviert wurde. Während dieser Zeit war er in der fakultativ schlagenden Burschenschaft Silvania Wien aktiv, in der er nach dem Studium weiterhin als Alter Herr Mitglied war. Danach arbei­tete er unter anderem mit Peter Kostelka (SPÖ) bis 1976 als Universitäts­assistent am Institut für Staats- und Verwaltungsrecht der Universität Wien unter Günther Winkler.
1976 wurde Jörg Haider Parteisekretär in Kärnten, 1979 zog er als damals jüngster Abgeordneter für die FPÖ in den Nationalrat ein. Als die SPÖ 1983 nach dem Verlust der absoluten Mehrheit eine Koalition mit der FPÖ bildete, hatte er Ambitionen auf das Amt des Sozialministers, wurde aber schließlich Obmann der betont deutschnationalen Kärntner FPÖ. In dieser Funktion kritisierte er in den Folgejahren häufig den liberalen Flügel der FPÖ um Vizekanzler und Bundesparteiobmann Norbert Steger. Die FPÖ Kärnten konnte bei den Landtagswahlen 1984 als einzige FPÖ-Landesorganisation Stimmenzuwächse verbuchen.
In der Nacht zum 11. Oktober 2008 kam Haider in Lambichl im Südwesten der Landeshauptstadt Klagenfurt auf der Loiblpaß-Straße bei einem Verkehrs­unfall ums Leben. Nach dem Besuch mehrerer Veranstaltungen und Gaststätten hatte sich Haider stark alkoholisiert (1,8 Promille) allein auf den Weg zu seinem Haus im Bärental gemacht. Nach Angaben des Leiters der Staatsanwaltschaft Klagenfurt fuhr Haider bei Nebel mit stark über­höhter Geschwindigkeit mit seinem Dienstwagen in einer 70-km/h-Zone, als er nach einem Überholvorgang von der Straße abkam, wobei der VW Phaeton u.a. gegen einen Betonpfeiler prallte.


                                                                                                                                                                                                                    




11.10.1929 Geburtstag Liselotte PULVER

Liselotte PULVER

11.10.1929   Geburtstag Liselotte PULVER, Schweizer Schauspielerin
Liselotte Pulver wurde am 11.10.1929 in Bern als jüngste Tochter eines städtischen Tiefbau-Ingenieurs und einer Sängerin geboren. Die Pulvers zählten zu einer der alten Berner Familien. Der Vater, Fritz Eugen Pulver, hätte eigentlich Kunstmaler werden wollen, begrub aber dann diese Pläne, ernährte seine Familie als Ingenieur und baute Landstraßen.
Mutter Germaine hatte mit der Geburt ihres dritten Kindes endgültig den Traum aufgegeben, Opernsängerin zu werden. „Liselotte von der Pfalz“, Herzogin von Orleans und Schwägerin des französischen Königs Ludwig XIV. soll Vorbild bei der Namenswahl gewesen sein.
Da ihr Vater darauf bestand, daß sie die Handelsschule besuchte und Kurt Hirschfeld vom Zürcher Schauspielhaus, bei dem sich die junge Liselotte zum Vorsprechen einfand, den elterlichen Plan unterstützte, biß sie sich bis zum Diplom als viersprachige Sekretärin durch.
Sie arbeitete danach noch eine Zeit lang als Mannequin, nahm dann aber Schauspielunterricht am Berner Konservatorium sowie Privatunterricht bei Paul Kalbeck, dem damaligen Oberspielleiter des Berner Theaters.
Die ersten Rollen sollten nicht lange auf sich waren lassen, 1949 erhielt sie ein erstes Engagement am Schauspielhaus in Zürich. Schon bald spielte sie ihre erste prägnante Figur in „Faust II“, trat neben Stars wie Gustav Knuth, Will Quadflieg, Maria Becker und Käthe Gold auf. Die junge, überaus talentierte Liselotte Pulver überzeugte etwa mit der Titelrolle in Heinrich von Kleists „Das Käthchen von Heilbronn“ oder als „Luise“ in Schillers Kabale und Liebe, spiele sich durch das Repertoire der deutschen Klassiker.
Ihre steile Karriere wurde dann noch steiler mit zwei Filmen, die ihr Image prägen sollten: 1955 landete sie einen Riesenerfolg mit dem von Kurt Hoffmann nach einem Roman von Hugo Hartung in Szene gesetzten heiter-wehmütigen Sommermärchen „Ich denke oft an Piroschka“, in dem sie unwiderstehlich mit ihrem unverwechselbaren Lachen und den blitzenden Augen die Tochter eines ungarischen Bahnhofsvorstehers, die sich in einen deutschen Studenten verliebt, spielte. Ein zweiter Kassenschlager wurde 1958 die Musikkomödie „Das Wirtshaus im Spessart, in dem sie als „Wanderbursche“ in eine Hosenrolle schlüpfte, um leichter in der Männerwelt zu bestehen. Aufgrund des enormen Erfolgs fand dieser Film 1960 mit „Das Spukschloß im Spessart“ und 1967 mit „Herrliche Zeiten im Spessart“ seine Fortsetzungen. Mit diesen Rollen wurde Lilo zum Prototyp des frischen, burschikosen, daher aber durchaus liebreizenden jungen Mädchens im Film der fünfziger Jahre, wie ein Kritiker einmal meinte.



11.10.1884 Geburtstag Eleanor ROOSEVELT

Eleanor ROOSEVELT

11.10.1884   Geburtstag Eleanor ROOSEVELT, Todestag 7.11.1962
Anna Eleanor Roosevelt war eine US-amerikanische Menschenrechtsakti­vistin und Diplomatin sowie die Ehefrau des US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt. Vom 4.3 1933 bis zum 12.4.1945 war sie die First Lady der vereinigten Staaten. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg war sie eine hochrangige Politikern der UNO und erhielt für ihre humanitäre Arbeit die erste Nansen-Medaille der UNO-Flüchtlingsbehörde. Sie gilt neben Hillary Clinton als eine der einflußreichsten Frauen in der US-amerikanischen Politik des 20. Jahrhunderts.






Montag, 9. Oktober 2017

10. OKTOBER

Der 10. OKTOBER ist der 283. Tag des Jahres - der 284. in Schaltjahren. Es verbleiben noch 82 Tage bis Jahresende.
Sternbild                                                                             Waage 





10.10.1793   Während der Phase der Terrorherrschaft in der Französischen Revolution erhält der Wohlfahrtsausschuß unbeschränkte Vollmachten.

10.10.1813   Geburtstag Giuseppe VERDI, Komponist, Todestag 27.1.1901
Giuseppe Fortunino Francesco Verdi war ein italienischer Komponist der Romantik, der vor allem durch seine Opern berühmt wurde. ….

10.10.1861   Geburtstag Fridtjof NANSEN, Todestag 13.5.1930
Fridtjof Nansen war ein norwegischer Zoologe, Polarforscher, Diplomat und Friedensnobelpreisträger. …

10.10.1920   Auf der Basis des Vertrages von Saint-Germain annektiert Italien Südtirol.

10.10.1920   Bei der Volksabstimmung in Kärnten gemäß dem Vertrag von Saint-Germain stimmt die Mehrheit gegen eine Angliederung an den SHS-Staat (Serbien – Kroatien – Slowenien).

10.10.1962   Todestag Trygve GULBRANSSEN, Schriftsteller, Geburtstag 15.6.1894
Trygve Emanuel Gulbranssen war ein norwegischer Schriftsteller. Seine Björndal-Trilogie („Und ewig singen die Wälder“, „Das Erbe von Björndal“) wurde in über 30 Sprachen übersetzt und damit einer der größten Publikumserfolge der norwegischen Romanliteratur machte ihn welt­bekannt.

10.10.1985   Todestag Yul BRYNNER, Schauspieler, Geburtstag 11.7.1920
Eigentlich Juli Borissowitsch Briner, war ein US-amerikanischer Schauspieler russisch-mongolisch-schweizerischer Herkunft. In den 1950er-Jahren zählte der kahlköpfige Darsteller zu den beliebtesten Holly­wood-Stars. Als König von Siam in „Der König und ich“ gelang ihm der inter­nationale Durchbruch. Besonders bekannt wurde er durch die Rolle des Protagonisten Chris Adams im Kultwestern „Die glorreichen Sieben“. Später war er auch der Revolverheld in „Westworld“.

10.10.1985   Todestag Orson WELLES. Regisseur und Autor, Geburtstag 6.5.1915
George Orson Welles war ein US-amerikanischer Filmregisseur, Schau­spieler und Autor. Obwohl viele seiner Projekte nie verwirklicht wurden, gilt er als einer der künstlerisch einflußreichsten Regisseure des Holly­wood-Kinos. Sein erster Kinofilm, „Citizen Kane“ über einen Medien­magnaten gilt als Meilenstein der Filmgeschichte.

10.10.2004    Todestag Christopher REEVE, Geburtstag 25.9.1952
Christopher D’Olier Reeve war ein US-amerikan. Schauspieler, Regisseur und Autor. Er war der Schulfreund von Robin Williams und wurde zwischen 1978 und 1987 durch die Darstellung des Comichelden Super­man in vier Filmen bekannt. Ab 1995 war er durch einen Reitunfall vom Hals abwärts querschnittgelähmt, trat aber vereinzelt weiter als Schauspieler auf. Er starb, nachdem er einen Tag zuvor nach einem Herz­stillstand ins Koma gefallen war.

                                                                                                                            




10.10.1813 Geburtstag Giuseppe VERDI

Giuseppe VERDI

10.10.1813   Geburtstag Giuseppe VERDI, Komponist, Todestag 27.1.1901
                     Giuseppe Fortunino Francesco Verdi war ein italienischer Komponist der Romantik, der vor allem durch seine Opern berühmt wurde. „Nabucco“ wurde ein Sensationserfolg, und Verdi wurde auch international als „führen­der italienischer Opernkomponist“ anerkannt. Seit dem Erschei­nen der ersten Verdi-Biographien im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts wird behauptet, das unter Fremdherrschaft leidende italienische Volk habe sich mit dem in dieser Oper zum Ausdruck kommenden Freiheitsstreben der in babylonischer Gefangenschaft gehaltenen Juden identifiziert. So sei der bekannte „Gefangenenchor“ „Va pensiero, sull’ali dorate“ („Steig, Gedanke, auf goldenen Flügeln“) eine Art italienische Nationalhymne, ein Protest gegen Tyrannei und politische Willkür gewesen. Dafür gibt es jedoch nach neueren Forschungen zur politischen Verdi-Rezeption im Risorgi­mento keine Belege.
                     Ob Verdi am 9. oder am 10. Oktober geboren wurde, ist nicht ganz klar. Ins Taufregister wurde am 11. Oktober eingetragen, er sei am vorherigen Abend geboren (infantem natum heri vespere hora octava). Verdi selbst sah aber den 9. Oktober als seinen Geburtstag an. Da man früher die Tage von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang rechnete, ist auch diese Deutung des Taufbucheintrages möglich.
                     Verdi wurde in einfachen Verhältnissen (sein Vater Carlo war Gastwirt und Kleinbauer) im Ort Le Roncole geboren. Im Geburtsregister wurden Verdis Vornamen französisiert, und so wurde Verdi als „Joseph Fortunin François Verdi“ eingetragen.
                     Verdis außergewöhnliches Talent fiel früh auf, und er erhielt vom Organisten im nahe gelegenen Busseto musikalischen Unterricht. 1823 wurde er mit Unterstützung eines musikverständigen Mäzens, des Kaufmanns Antonio Barezzi in Busseto, in das dortige Gymnasium aufgenommen. Bald vertrat er den Dorforganisten in der Kirche. Nachdem ihn das heute nach ihm benannte Konservatorium Mailand 1832 abgelehnt hatte, wurde er – wiederum mit Barezzis Unterstützung – Privatschüler von Vincenzo Lavigna, einem Schüler von Giovanni Paisiello. 1834 wurde er Organist und 1836 Musikdirektor in Busseto und heiratete Barezzis Tochter Margherita (die beiden Kinder aus dieser Ehe starben jeweils kurz nach der Geburt). In diesen Jahren studierte er intensiv nicht nur Kontrapunkt und die Grundlagen der Operngestaltung, sondern beschäftigte sich auch mit Politik und Literatur.
                     1838 ging Verdi erneut nach Mailand. Nach einem verschollenen, nicht aufgeführten Erstling unter dem Titel Rocester oder Lord Hamilton wurde im November 1839 seine Oper Oberto conte di San Bonifacio mit Erfolg an der Mailänder Scala aufgeführt. Sein nächstes Werk, die komische Oper Un giorno di regno (1840), wurde ausgepfiffen, woraufhin Verdi, der neben dem Tod seiner Kinder auch den seiner Frau betrauerte, deprimiert beschloß, das Komponieren aufzugeben.
                     Nach über einem Jahr konnte ihn jedoch Bartolomeo Merelli, der Direktor der Scala, zu einem weiteren Werk überreden: Nabucodonosor (1842; später Nabucco genannt). Diese Oper erwies sich als Sensationserfolg, und Verdi wurde auch international als „führender italienischer Opernkomponist“ anerkannt. Die Abigaille der Uraufführung, Giuseppina Strepponi (Taufnamen: Clelia Maria Josepha, 1815–1897), wurde später Verdis Lebensgefährtin und zweite Ehefrau. Seit dem Erscheinen der ersten Verdi-Biographien im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts wird behauptet, das unter Fremdherrschaft leidende italienische Volk habe sich mit dem in dieser Oper zum Ausdruck kommenden Freiheitsstreben der in babylonischer Gefangenschaft gehaltenen Juden identifiziert. So sei der bekannte Chor Va pensiero, sull'ali dorate („Steig, Gedanke, auf goldenen Flügeln“) eine Art italienische Nationalhymne, ein Protest gegen Tyrannei und politische Willkür gewesen. Dafür gibt es jedoch nach neueren Forschungen zur politischen Verdi-Rezeption im Risorgimento keine Belege.
                     In den folgenden sechs Jahren schrieb Verdi für seinen Lebensunterhalt in rascher Folge mehrere Opern, zunächst I Lombardi alla prima crociata („Die Lombarden auf dem ersten Kreuzzug“, 1843) und Ernani (1844). Diese beiden Opern stellten sich als große Erfolge heraus. Von den nächsten Werken schafften es jedoch nur Macbeth (1847) und Luisa Miller (1849) in das Standardrepertoire der großen Opernhäuser. In dieser Zeit schuftete er – nach eigenen Worten – wie ein Galeerensklave und gefährdete ernsthaft seine Gesundheit. Sein erklärtes Ziel war, genügend Mittel zu erwirtschaften, damit er sich früh als Gentleman auf ein Landgut zurückziehen könne – am besten in Sant’Agata nahe Roncole.
                     La battaglia di Legnano („Die Schlacht von Legnano“, 1849) war Verdis glühende Antwort auf den Risorgimento, die Einheitsbewegung der Italiener, die dem Revolutionsjahr 1848 folgte; dieses Eifersuchtsdrama spielt vor dem geschichtlichen Hintergrund des Sieges der Liga der lombardischen Städte über Friedrich Barbarossa.
                     Nach dem Stiffelio (1850), der den Ehebruch einer evangelischen Pfarrersfrau thematisiert, folgten Rigoletto (1851), Il trovatore („Der Troubadour“, 1853) und La traviata (1853). Diese sog. trilogia popolare („populäre Trilogie“) gilt als ein Höhepunkt in Verdis Schaffen und markiert den Durchbruch einer musikästhetischen Konzeption, die sich erstmals im Realismus des Macbeth angekündigt hatte. Die Werke festigten Verdis internationalen Ruhm und gehören noch heute weltweit zu den beliebtesten Opern.
                      Nachdem Verdi 1847 in Paris anläßlich der Aufführung von Jérusalem (einer Überarbeitung der Lombardi) die Sängerin Giuseppina Strepponi (die Abigaille in der Uraufführung von Nabucco) wiedergetroffen hatte, verliebten sie sich und zogen bald zusammen. Diese Verbindung stieß vor allem in Busseto auf erheblichen Widerstand. Erst 1859 entschlossen sich Verdi und Strepponi zur Heirat.
                     Nach der Vereinigung Italiens ließ er sich 1861 von Graf Cavour zur Kandidatur für die Abgeordnetenkammer überreden, trat jedoch bald wieder zurück. Verdi war nun zur internationalen Berühmtheit geworden und arbeitete für die Pariser Oper (wo er mit Les vêpres siciliennes 1855 Giacomo Meyerbeer herausforderte), das Mariinski-Theater in St. Petersburg und die Weltausstellung in London, wo Verdis Inno delle nazioni („Hymne der Völker“) auf einen Text des jungen Arrigo Boito uraufgeführt wurde. Zu den in diesen Jahren komponierten Opern zählen Simon Boccanegra (1857), Aroldo (1857) als Neufassung des Stiffelio, Un ballo in maschera („Ein Maskenball“, 1859), La forza del destino („Die Macht des Schicksals“, 1862) und Don Carlos (1867). Hier zeigen sich seine Meisterschaft in der Melodieführung und in der musikalischen Gestaltung der Charaktere, die neugewonnene Freiheit bei Rezitativen und Arien und eine stärkere Betonung der Rolle des Orchesters als in seinem Frühwerk. Die Tiefe in der Charakterisierung – gerade der Frauenrollen – ist wohl auf seine Beziehung zu Giuseppina Strepponi zurückzuführen, die diesem zweifellos schwierigen Mann jederzeit bedingungslos zur Seite stand. In diesen Zeiten hatte Verdi immer wieder Schwierigkeiten mit der Zensur, die etwa einen Anschlag auf einen König (Rigoletto, Maskenball) als gefährlich ansah und umfangreiche Änderungen in der Dramaturgie erzwang. Während die für Paris komponierte Oper Les vêpres siciliennes („Die sizilianische Vesper“) in Italien wegen der Eingriffe der Zensur nur ein mäßiger Erfolg war, konnte er mit Don Carlos seinen Rivalen Meyerbeer überflügeln. Danach zog er sich zunächst vom Komponieren zurück. Allerdings überarbeitete er 1869 die für das Publikum in St. Petersburg geschriebene Oper La forza del destino für italienische Bühnen. Er hatte seine Honorare konsequent in sein Landgut Sant’Agata investiert und war mittlerweile finanziell unabhängig.
                     Im November 1869 wurde das Kairoer Opernhaus mit Verdis Rigoletto eingeweiht und wenige Tage später der Suezkanal eröffnet. Der ägyptische Vizekönig Ismail Pascha wünschte sich für die folgende Saison eine neue Oper von Verdi für sein Opernhaus. Doch erst im Juni 1870 stimmte Verdi zu und komponierte die Aida (die er also weder für die Eröffnung des Kairoer Opernhauses noch für die des Suezkanals geschaffen hat). Die Uraufführung fand 1871 in Kairo statt. Es war ein rauschender Erfolg, denn die Oper war ein Werk aus einem Guß. Verdi hatte seinem Librettisten Antonio Ghislanzoni ein detailliertes „Drehbuch“ vorgegeben und sogar auf die verwendeten Versmaße Einfluß genommen. 1873 komponierte er zum ersten Todestag des Schriftstellers und Freundes Alessandro Manzoni sein bedeutendstes Werk außerhalb des Bühnenschaffens, die Messa da Requiem. Bereits vorher schrieb er das Streichquartett e-Moll.
                     Danach betrachtete Verdi – enttäuscht vom Ausbleiben eines durchgreifenden sozialen Fortschritts in Italien - sich als Rentier und verwendete beträchtliche Zeit und Energie in die Erweiterung und Verbesserung seines Landgutes in Sant’Agata. „Bis Mitternacht bin ich noch Maestro Verdi, dann werde ich wieder zum Bauern.“ Verdi zog sich nun endgültig auf sein Landgut Sant’Agata zurück und widmete sich der Bewirtschaftung des Guts. Gleichzeitig setzte er sich für die Verbesserung der Infrastruktur seiner Umgebung ein. Er sah, daß viele seiner Nachbarn in eine ungewisse Zukunft auswanderten; das versuchte er zu verhindern. So wurden auf seine Initiative hin Straßen gebaut und ausgebessert, Gräben eingedämmt, Wälder wieder aufgeforstet, Bauernhäuser gebaut, selbst ein kleines Spital wurde gestiftet. Das Gut verließ Verdi nur noch selten, dann jedoch lediglich um Konzerte und Opern zu dirigieren. In dieser Phase errichtete er auch die Casa di Riposo per Musicisti, ein Altersheim für ehemalige Musiker in Mailand (siehe unten). 1874 wurde Verdi zum Senator des Königreichs Italien ernannt.
                     Sein Verleger Giulio Ricordi allerdings wollte sich mit dem Erreichten nicht zufriedengeben; er arrangierte eine Zusammenarbeit mit dem inzwischen als Schriftsteller und Komponist berühmt gewordenen Arrigo Boito. So kam es, dass Verdi im Alter von über 70 Jahren seine wohl reifsten Opern schrieb. Als Test überarbeitete Boito – erfolgreich – das Libretto von Simon Boccanegra (die Oper wird noch heute in dieser Fassung aufgeführt). Nach langen Verzögerungen entstand dann 1887 Otello („Othello“) zu einem Libretto von Boito nach Shakespeares Tragödie. 1893 folgte als letzte Oper Falstaff, deren Libretto gleichfalls Boito nach der Vorlage Shakespeares verfaßt hatte. Sie wurde in der Mailänder Scala uraufgeführt und gilt vielen als bedeutendste komische Oper überhaupt. Ihr durchschlagender Erfolg war in gewisser Weise ein Ausgleich für das Fiasko, das Verdi ein halbes Jahrhundert vorher mit Un giorno di regno an demselben Haus erlebt hatte. Er komponierte noch zwei geistliche Chorwerke, das Te Deum (1895) und Stabat mater (1897), die 1898 zusammen mit einem früher entstandenen Ave Maria und den Laudi alla Vergine Maria als Quattro pezzi sacri („Vier geistliche Stücke“) uraufgeführt wurden.
                     1897 verstarb seine Frau nach langer Krankheit. Am Mittag gegen 12 Uhr am 21. Januar 1901, kurz nach dem Besuch des Arztes, erlitt Verdi eine Blutung im Bereich der Capsula interna, die zu einer Lähmung der rechten Körperhälfte führte. Nach schwerem Todeskampf starb Verdi am frühen Morgen des 27. Januar 1901.




10.10.1861 Geburtstag Fridtjof NANSEN

Fridtjof NANSEN

10.10.1861   Geburtstag Fridtjof NANSEN, Todestag 13.5.1930
Fridtjof Nansen war ein norwegischer Zoologe, Polarforscher, Diplomat und Friedensnobelpreisträger. {Den erhielt er für seine Flüchtlingshilfe (Nansen-Paß).} Nansen studierte Zoologie an der Universität von Kristiania (heute: Oslo) und war später als Kurator des Bergen Museum tätig, wo er eine Doktorarbeit über das Zentralnervensystem niederer Meeres­tiere verfaßte, die bedeutende Beiträge zu den Grundlagen der moder­nen Neurologie lieferte. Am 1897 widmete er sich der damals noch jungen Forschungsdisziplin Ozeanographie, unternahm hierzu mehrere Forschungsreisen hauptsächlich in den Nordatlantik und war an der Entwick­lung von Gerätschaften für die Meeresforschung beteiligt.
In seiner Tätigkeit als Polarforscher durchquerte er 1888 als Erster Grönland über das Inlandeis und stellte während seiner Nordpolarexpedition 1893-1896 mit Fredrik Hjalmar Johansen am 8.4.1895 mit einer geographischen Breite von 86°13,6' N  einen neuen Rekord in der bis dahin größten erreichten Annäherung an den geographischen Nordpol auf. Er revolutionierte die Techniken des polaren Reisens und beeinflußte damit alle nachfolgenden Expeditionen in Arktis und Antarktis.
Bei den Bestrebungen zur politischen Unabhängigkeit Norwegens nahm Nansen als einer der angesehensten Bürger seines Landes eine Schlüsselfunktion ein. Im Jahr 1905 war er ein vehementer Verfechter für die Beendigung der seit 1814 bestehenden schwedisch-norwegischen Personalunion und half bei der Inthronisation des damaligen Prinzen von Dänemark zum norwegischen König Håkon VII. Zwischen 1906 und 1908 arbeitete Nansen im diplomatischen Dienst in London, wo er an den Verhandlungen zur völkerrechtlichen Anerkennung der Souveränität Norwegens beteiligt war.
Im letzten Jahrzehnt seines Lebens diente Nansen als Hochkommissar für Flüchtlingsfragen dem nach dem Ersten Weltkrieg gegründeten Völker­bund. Für seine Verdienste um die internationale Flüchtlingshilfe erhielt er 1922 den Friedensnobelpreis.


Sonntag, 8. Oktober 2017

09. OKTOBER

Der 09. OKTOBER ist der 282. Tag des Jahres - der 283. in Schaltjahren.
Es verbleiben noch 83 Tage bis Jahresende.
Sternbild:                                                                             Waage 




170 146       Clemens II                                                   24.12.1046-9.10.1047
                                                                                        Vorgänger: Gregor VI
9.10.1047     Todestag Papst CLEMENS II  (Suidger, Graf v. Morsleben), Geburtstag unbekannt
Suidger, Graf von Morsleben und Hornburg war als Clemens II von 24.12.1046 bis zum 9.10.1047 ein deutscher Papst der römisch-katholischen Kirche. Seine Namenswahl nach dem heiligen Papst Clemens I war bereits ein Signal, das seine Reformabsichten anzeigte: Zurück zu den Ursprüngen der Kirche am Anfang der Zeiten.
                                                                                    Nachfolger: Benedikt IX

9.10.1846     Geburtstag Holger DRACHMANN, Maler und Dichter, Todestag 14.1.1908
Holger Drachmann war der Sohn eines Marinearztes. …

9.10.1846     Geburtstag Julius MAGGI, Erfinder (Maggi-Würze), Todestag 19.10.1912
Julius Michael Johannes Maggi war als Gründer der Firma Maggi und Erfinder der Maggi-Würze einer der Pioniere der industriellen Lebensmittel­produktion. …

9.10.1857     Todestag Josef RESSEL, Erfinder der Schiffsschraube , Geburtstag 29.6.1793
Josef Ressel war ein österreichisch-slowenisch-böhmischer Forstbeamter und Erfinder. …

9.10.1859     Geburtstag Alfred DREYFUS, französischer Offizier, Todestag 12.7.1935
Alfred Dreyfus war ein französischer Offizier. …

9.10.1908     Geburtstag Werner Karl von HAEFTEN, Jurist, ermordet 21.7.1944
Werner Karl von Haeften war ein deutscher Jurist, Offizier und Widerstands­kämpfer gegen den Nationalsozialismus. Er war an der Planung und Ausführung des Attentats auf den Irren von Braunau betei­ligt.

9.10.1923     Der Amerikaner Harry BUST läßt sich das Eis am Stiel patentieren.

9.10.1938     Geburtstag Dr. Heinz FISCHER, SPÖ-Politiker
Dr. Heinz Fischer ist ein österreichischer SPÖ-Politiker, Jurist und seit 8,7.2008 der achte österreichische Bundespräsident der Zweiten Republik. …

9.10.1940     Geburtstag John LENNON, ermordet 8.12.1980
John Winston Lennon war ein britischer Musiker, Komponist und Autor. …

9.10.1953     Im Aufnahmelager Friedland in Niedersachsen trifft zum ersten Mal nach drei Jahren wieder eine größere Anzahl Spätheimkehrer aus der Sowjetunion ein.

9.10.1955     Todestag Theodor INNITZER, Kardinal und Nazi, Geburtstag 25.12.1875
Theodor Kardinal Innitzer war seit 1911 Professor für Neues Testament an der Universität Wien, kurz (1929/1930) Sozialminister und seit 1932 Erzbischof der Erzdiözese Wien. Die Ausschaltung des Parlament samt der Errichtung einer autoritären Diktatur durch Engelbert Dollfuß wurden von Innitzer begrüßt. Die katholische Kirche war in den folgenden Jahren einer der Stützpfeiler des austrofaschistischen Systems.

303     259   Pius XII                                                           2.3.1939-9.10.1958
                                                                                            Vorgänger: Pius XI
9.10.1958     Todestag Papst PIUS XII (Eugenio PACELLI), Geburtstag 2.3.1876
Eugenio Maria Giuseppe Giovanni Pacelli war als Papst Pius XII vom 2.3.1939 bis 9.10.1958 Papst der römisch-katholischen Kirche. Im August 1929 sandte er dem Wiener Nuntius einen ausführlichen Bericht über den Wahnsinnigen in Stiefeln, den er als „berüchtigten politischen Agitator“ darstellte, dessen Putschversuch zu recht gescheitert sei.
                                                                             Nachfolger: Johannes XXIII

9.10.1967     Todestag Ernesto „Che“ GUEVARA, Geburtstag 14.6.1928
Ernesto Rafael Guevara de la Serna, genannt Che Guevara oder einfach Che, war ein marxistischer Politiker, Guerillaführer und Autor. Er war ein zentraler Anführer der Rebellenarmee der Kubanischen Revolution von 1956 bis 1959 und ist neben Fidel Castro deren wichtigste Symbolfigur. Er wurde einen Tag nach seiner Verhaftung in Bolivien am 09.10.1967 exeku­tiert. Hochgeachtet als Revolutionär und Idol der Studentenbewegung, nannte ihn die „taz“ im Rückblick „skrupellos und brutal“.

9.10.1989     In Leipzig findet die erste große Montagsdemonstration mit ca. 70.000 Teilnehmern und damit die erste von Massen getragene Protestveranstaltung in der DDR seit 1953 statt. Es kommt nicht zu den befürchteten bewaffneten Gegenmaßnahmen, damit ist die Wende eingeleitet.

9.10.1989     König Olav V. eröffnet in Karasjok die erste Sitzung des norwegischen SAMETING, einer parlamentarischen Vertretung der Sami.

9.10.1972     Todestag Oskar SCHINDLER, deutscher Unternehmer, Geburtstag 28.4.1908
Oskar Schindler war ein sudetendeutscher Unternehmer, der während des Zweiten Weltkrieges rund 1.200 bei ihm angestellte jüdische Zwangs­arbeiter vor der Ermordung in den Konzentrationslagern des Nationalsozialis­mus rettete. Steven Spielberg setzte ihn mit „Schindlers Liste“ ein Film-Denkmal.

9.10.1978     Todestag Jacques BREL, Sänger, Geburtstag 7.4.1929
Jacques Romain Georges Brel war ein belgischer Chansonnier und Schau­spieler. Seine Lieder in französischer Sprache machten ihn zu einem der wichtigsten Repräsentanten des französischen Chansons.

9.10.1988     Todestag Felix WANKEL, Geburtstag 13.8.1902
Felix Heinrich Wankel war ein deutscher Maschinenbauingenieur und leider ein Nazi, erfand den nach ihm benannten Kreiskolbenmotor („Wankel­motor“). Der trieb auch den NSU Ro 80 an.

9.10.1991     Todestag Roy Black, Sänger, Geburtstag 25.01.1943
Roy Black, bürgerlich Gerhard Höllerich, war ein deutscher Schlager­sänger und Darsteller in mehreren deutschen Musikfilmen und in der Fernseh­serie „Ein Schloß am Wörthersee“. Der „Liebling all Schwiegermütter“ wollte eigentlich Rockmusik machen. Dann kamen aber Hits wie „Ganz in Weiß“.